Suchwörter

Eine Aufzählung mit eigentümlicher Wirkung, wenn man sie in einem durchliest.
Es handelt sich um Stichwörter, die ich als Vorbereitung für Einträge in Branchenverzeichnisse über mehrere Tage zusammengetragen und anschließend alphabetisch geordnet habe.

Alternative Heilmethoden, Angst, Ängste, Antrieb, Asthma, Atem, Atembehandlung, Atembeschwerden, Atemnot, Atemrhythmus, Aufrichtung, Ausdruck, Ausgeglichenheit, Auszeit, Authentisch, Begegnung, Begleitung, Beweglichkeit, Bewegungsabläufe, Bewegungseinschränkungen, Bewegungslehre, Bewusstsein, Beziehungsfähigkeit, Biorhythmus, Bronchitis, Burnout, Depression, Dialog, Differenzierung, Durchlässigkeit, Dynamisch Prozessorientiert, Einkehr, Einzelstunden, Empfindsamkeit, Empfindungsfähigkeit, Empathie, Entlastung, Entspannung, Erden, Erkunden, Erfüllung, Erschöpfung, Eutonie, Freiheit, Freude, Fürsorge, Funktionelle Störungen, Ganzheitliche Therapie, Gelassenheit, Gelenkschmerzen, Geschlechtlichkeit, Geschmeidigkeit, Gestimmtheit, Gesundheit, Gleichgewicht, Glück, Haltung, Handlungsfähigkeit, Herz- und Kreislauf, Hingabe, Hyperventilation, Impuls, Innehalten, Innenwahrnehmung, Innere Uhr, Inspiration, Integrität, Intuition, Körperlichkeit, Körperreise, Körper-Seele-Geist, Körpertherapie, Kommunikation, Kontakt, Kontemplation, Kreativität, Krise, Kulturtechniken, Kurzatmigkeit, Laune, Lebendigkeit, Lebensqualität, Leiblichkeit, Leib-Seele-Geist, Leichtigkeit, Leiddurchdringung, Meditatives Sitzen, Menstruationsschmerzen, Midlife-Crisis, Migräne, Natur, Natürlicher Rhythmus, Offenbarung, Organarbeit, Partnerschaft, Persönlichkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Psychosomatik, Psychosomatische Beschwerden, Qualität, Quelle, Rhythmus, Rückenschmerzen, Ruhe, Schlafstörungen, Schönheit, Schreibwerkstatt, Schwingung, Seele, Seelenleiden, Seelischer Ausdruck, Sehnsucht, Selbstbestimmt, Selbstbewusstsein, Selbstbild, Selbsterfahrung, Selbsterkenntnis, Selbstregulierung, Selbstverständnis, Selbstwahrnehmung, Selbstwert, Sensibilität, Sinn, Spannungskopfschmerzen, Spiritualität, Spirituelles Selbstverständnis, Spontaneität, Spürsinn, Stabilität, Stimme, Stimmentwicklung, Stress, Tänzerisch, Therapie, Tinnitus, Tiefe, Tönen, Trauer, Traum, Trauma, Träume, Traumdeutung, Traumlehre, Umbruchsphasen, Umkehr, Unausgeglichenheit, Unruhezustände, Urvertrauen, Vegetative Störungen, Verbindung, Verdauung, Verhaltensänderung, Verspannungen, Wahrnehmung, Wahrhaftigkeit, Wandlung, Wechseljahre, Wellness, Wesen, Wohlbefinden, Würde, Zentrum, Zulassen

Der Atem des Menschen

Der Atem des Menschen ist eine Leuchte des Herrn, sie durchglüht alle Kammern des Leibes. (Salomon 20,27)

Erfahrungen am Inneren Atem lassen solche Sätze überraschend nachvollziehbar werden, auch wenn Atemgeschehen und leibliche Empfindung selbst von allgemeinerer Natur und unabhängig vom Gottesbegriff sind.

Das “Durchglühen” könnte man als eine Folge “erhöhter Sauerstoffzufuhr” erklären – und so wird vielleicht der ganze Ausspruch zugänglicher. Im Gesamtbild ist der Leib jedoch nicht nur Ort des Durchglühtwerdens in allen Kammern – es meint nicht nur eine bessere Durchblutung der Zellen und die lebenserhaltende Sauerstoffzufuhr – sondern der Leib ist auch: Ort einer Beziehung. Der Atem, der zwischen Innen und Außen schwingt, verbindet zweifelsohne Innenwelt und Außenwelt und stiftet so eine elementare Grundform von Beziehung.

Der biblische Mensch ist über seinen Atem mit Gott existenziell verbunden. Erst der Odem Gottes, ein Hauchen, weckt das Leben in der aus Erde geschaffenen Gestalt. Eine Leuchte bringt noch Weiteres, sie bringt mit ihrem Feuer Wärme und Licht ins Dunkel und ermöglicht ein Schauen. Der Atem des Mensch als „eine Leuchte des Herrn“ setzt den Menschen in ein intimeres Verhältnis zu Gott. Geschieht doch hier alles Licht und Schauen innerhalb des schon lebendigen, eigenständigen Menschen. Bis in die Zellen hinein werden Erkenntnispotenz und Fürsorge getragen.

Bewusstseinsprozesse, die Atem- und Empfindungserlebnissen folgen, finden ihren Abschluß im Feld des aktuell bevorzugten geistigen Vokabulars. Diese Voreinstellungen bestimmen mit, wie Leiberlebnisse interpretiert und verstanden werden. Die Integration neuer Erfahrungen ins Ganze wird fruchtbar in einer neuen Stimmigkeit mit der persönlichen Natur. Die Stimmigkeit mit dem: wie ich mir selbst gegeben bin.

Stimme ist Lebensraum

Hummel zwischen Rosen

‚Stimme ist Lebensraum‘ gehört zu den Erfahrungen, die sich unerwartet einstellen, noch während man anderes im Sinn hat.

Neben dem klaren Tönen von Vokalen und Konsonanten und dem Aufspüren ihrer spezifsichen Wirkung einerseits, biete ich in der Stimmarbeit andererseits offene Spielräume an, die frei von Zielsetzungen und Instrumentalisierungen sind und eine unbeschränkte Entfaltung erlauben. Die Freigabe der Stimme, angebunden an die Innenbewegung.

Werden in der Abkehr von Gewohnheiten und Konventionen eingeschliffene Pfade verlassen, öffnet sich die Stimme als persönlicher Lebensraum. Gleichzeitig wird der Hörsinn freier und eigenständiger. Das Empfinden für Wohlklang erweitert sich, wir werden feinhöriger für natürliche Nuancen.

Gleichgültig ob ich in Not bin oder zur Freude übe – kommen inneres Bewegtsein und das Stimmspiel bedingungslos in Einklang, wird ein Aufgehobensein in der Stimme hörbar, das unantastbar ist.

Freie Bewegung (Übung)

Hang im Oberharz nahe Hahnenklee

Stellen Sie sich ab und zu in eine offene Landschaft. Lassen Sie sich gehen. Bleiben Sie beweglich in den Fußgelenken, damit der Fuß alle Unebenheiten genauer erspüren kann und diese vom ganzen Körper ausbalanciert werden können. Übertreiben Sie ein wenig. Entscheiden Sie erst, wenn es nötig ist – wenn Sie zum Beispiel konkret nicht weiter kommen, an einer Gabelung oder Kreuzung stehen – welche Richtung Sie jetzt nehmen wollen. Wenn Sie das Gefühl haben, es ist jetzt Zeit nach Hause zu gehen oder zurück ins Hotel oder in ein Gasthaus, tun Sie das.

Eintauchen

Eine schmale Seebrücke reicht weit in das Meer hinaus. Land ist nicht zu sehen. Ich sitze an einer Längsseite, lasse die Beine baumeln. Dann springe ich hinein. Tauche ab, fasse den Grund. Es ist grau-grün-sandig um mich. Und so trüb. Mit Unbehagen tauche ich wieder auf.

Die schmale Seebrücke besteht mittlerweile nur noch aus einem langen Kantholz, auf dem ich rittlings sitzen muss, um mich halten zu können. Am grauen Himmel jagen sich riesige Wolken, verändern sich immer schneller. Es ist kalt. Weit und breit nichts als die stürmische See. Ich lasse mich wieder in die Wogen fallen, tauche ein.

Von oben, mit den Füßen zuerst, schwebe ich in einen großzügigen Raum, der bauchig wirkt, als gehörte er zu einem großen Schiff. Hier ist es trocken und warm. Eine Dame im roten Kostüm empfängt mich. Ich rufe aus, hier kann man ja stehen! Sie antwortet lächelnd: Hier kann man überall stehen.

Ich gehe ein paar Schritte, schaue mich um. An den runden Kaffeetischen sitzen gepflegt gekleidete Männer und Frauen. Sie scheinen sich angenehm zu unterhalten. Die Wände sind reich mit Bernstein und Gold geschmückt und erinnern mich an russische Zarenzimmer.

An einer Wand lasse ich die Hände nach oben gleiten, will, ebenso wie ich hinein gekommen bin, nun auch weiter. Der Herr am nahen Tisch spricht mich an: „Madame! Nehmen Sie doch die Tür.“ Ich folge seiner einladenden Geste. Und tatsächlich, das, was ich jetzt ganz deutlich sehe, ist eine Türklinke. Es gibt hier Türen!


Dieser Traum aus den Anfängen meiner Lehrjahre in der Traum- und Tiefenarbeit bestärkte mich darin, mich einzulassen. Ich verstand, dass die Arbeit mit dem Unbewussten nicht ins Bodenlose führen muss, dass Kommunikation möglich ist, dass es Verbindungen gibt und es keiner Akrobatik bedarf, um sich zwischen den Räumen zu bewegen.