Literarisches Schreiben am Atem – zu einer im Atem begründeten Schreibwerkstatt

In ATEM-Die Zeitschrift des Berufsverbandes BV-Atem, Ausgabe 1-2022, ist mit obigem Titel ein Artikel von mir zur Schreibwerkstatt veröffentlicht worden; hier ein kurzer Auszug:

… Texte, die sich in unverfälschtem schöpferischen Prozess entwickeln, möchten gelesen werden: von einem Du. Ob dieses Du auf dem Weg zur Bewusstwerdung dialogisch zwischen Seele und Geist im Inneren oder später auch zwischen einem Ich und einem anderen Du des Außenraumes aufgerufen wird, macht im Schreibprozess keinen großen Unterschied. Schreiben ist immer ein kommunikativer Akt, und Sprache ist nie nur privat. Vor allem die poetische Sprache vermittelt sowohl innerhalb der inneren Ordnung für die eigene Integrität als auch zwischen Innen und Außen des Menschen für eine kommunikative Begegnung …

Unter anderem werden in dem Artikel auch vier Gedichte näher betrachtet und kommentiert. Zum vollständigen Text: hier entlang

Handschrift

Graphik Schreibwerkstatt

Zugegeben den Stift nutze ich seit letztem Jahr schon nicht nur zum Schreiben sondern auch zum Zeichnen. Dennoch hat es mich überrascht, dass gegen Ende der Schreibwerkstatt – in dem Moment, in dem ich mich innerlich damit einverstanden erklärte, dass heute kein besonderer Text entstehen würde – spontan diese Zeichnung enstand. Aus der Feder floß, hätte ich gerne gesagt, aber es ist nur der einfache Kugelschreiber – da schwingt nur die Hand. Eine Handschrift sozusagen.

zwischen Datenmüll und Nacht: die Seele des Menschen

Auch wenn er seine Hardware nicht mehr so lebt, hat der europäische Mensch noch immer die Software des leiblichen Menschen. Seine Ideen vom Körper, für die er, weil er sie für fortschrittlicher hält, den ‚Leib‘ wie ein veraltetes Betriebssystem aussortiert hat, entziehen Seele und Geist den Seinsgrund. Ohne diese sauber deinstallieren zu können. Und wer Updates automatisch ausführen lässt, verfügt inzwischen sogar über einen Body.

Während der Geist – aufgrund gängiger Dualismen griffig zum absoluten Gegensatz des Körpers erklärt – mit eben diesem Körper in einer partiellen Lähmung feststeckt. Aber noch immer gebiert. Führt die Seele – umherirrend zwischen all dem anderen Datenmüll – ein gespenstisches Dasein.

Eine Heimatvertriebene, die nur noch im Schutz der Nacht hervorzukommen wagt. Eine zerissene Braut, die ihr in Bedürfnisse und Gefühle zersplittertes Gesicht nicht wiedererkennt. Ihr Spiegelbild kaum noch, weder mental noch emotional, erträgt. Dem suchenden Menschen, der ihrem Gesang folgt, gibt die Unsterbliche sich nur schleierhaft zu erkennen – seit jeher.

Schöpfen

blumen in vogelbecher

aus dem Brunnen, in dem der Himmel sich spiegelt,  schöpfen
im feuerverzinkten Eimer die Haarrisse, die Beulen
auf den Händen das Blau hinauftragen

am Morgen Feld und Welt weitherzig beregnen, auch
die spröden Lippen jener alten Frau benetzen, die
der Bleistift soeben gezeichnet hat, so dass

die Wunden sich schließen, einen Winkel Wüste wässern
in am Horizont aufgrünender Oase Ureinwohnern gleich barfüßig
mit dem Palmwedel Kühlung zufächeln

dem Neugeborenen, dessen Sinne schlafen, dessen Träume
auf einem weißen Blatt Papier
einem Du entgegen ins Leben wachsen

Traumlehrwerkstatt online

abendhimmel sonnenuntergang

In einem geschützten Raum einen sinnvollen Umgang mit den Träumen finden.

Nächtliche Träume dienen der Erfahrungsverarbeitung, verdeutlichen die gegenwärtige Situation, sind auf Bewusstwerdung und Veränderung hin angelegt. Träume sind wie gute Freunde, heißt es, sie sagen einem immer die Wahrheit.

Wir üben eine offene Annäherung an die Träume – eine Annäherung, die zum Beispiel der Interpretation und dem Verstehen eines Bühnenstücks gleicht.

Die Traumlehrwerkstatt ist auf Einladung zugänglich. Ich freue mich auf Ihr Interesse! Gerne gebe ich nähere Informationen, sprechen Sie mich bitte an: Sarah Pudelek kontakt@atemkultur.de

Gesprächsforum Schreibwerkstatt

Unser online Gesprächsforum bietet einen geschützten Raum, in dem die Teilnehmer zwischen den Werkstattterminen im Austausch bleiben können. Es ergänzt und vertieft die Zusammenarbeit.

Hier können Texte vorgestellt und kommentiert werden. Anregungen aus den Seminaren fortgeführt, Erfahrungen formuliert und reflektiert werden und vieles mehr.

Das Gesprächsforum ist auf Einladung zugänglich. Bei Interesse sprechen Sie mich bitte an: Sarah Pudelek kontakt@atemkultur.de

Suchwörter

Eine Aufzählung mit eigentümlicher Wirkung, wenn man sie in einem durchliest.
Es handelt sich um Stichwörter, die ich als Vorbereitung für Einträge in Branchenverzeichnisse über mehrere Tage zusammengetragen und anschließend alphabetisch geordnet habe.

Alternative Heilmethoden, Angst, Ängste, Antrieb, Asthma, Atem, Atembehandlung, Atembeschwerden, Atemnot, Atemrhythmus, Aufrichtung, Ausdruck, Ausgeglichenheit, Auszeit, Authentisch, Begegnung, Begleitung, Beweglichkeit, Bewegungsabläufe, Bewegungseinschränkungen, Bewegungslehre, Bewusstsein, Beziehungsfähigkeit, Biorhythmus, Bronchitis, Burnout, Depression, Dialog, Differenzierung, Durchlässigkeit, Dynamisch Prozessorientiert, Einkehr, Einzelstunden, Empfindsamkeit, Empfindungsfähigkeit, Empathie, Entlastung, Entspannung, Erden, Erkunden, Erfüllung, Erschöpfung, Eutonie, Freiheit, Freude, Fürsorge, Funktionelle Störungen, Ganzheitliche Therapie, Gelassenheit, Gelenkschmerzen, Geschlechtlichkeit, Geschmeidigkeit, Gestimmtheit, Gesundheit, Gleichgewicht, Glück, Haltung, Handlungsfähigkeit, Hautirritationen, Herz- und Kreislauf, Hingabe, Hyperventilation, Impuls, Innehalten, Innenwahrnehmung, Innere Uhr, Inspiration, Integrität, Intuition, Körperlichkeit, Körperreise, Körper-Seele-Geist, Körpertherapie, Kommunikation, Kontakt, Kontemplation, Kreativität, Krise, Kulturtechniken, Kurzatmigkeit, Laune, Lebendigkeit, Lebensqualität, Leiblichkeit, Leib-Seele-Geist, Leichtigkeit, Leiddurchdringung, Meditatives Sitzen, Menstruationsschmerzen, Midlife-Crisis, Migräne, Natur, Natürlicher Rhythmus, Offenbarung, Organarbeit, Partnerschaft, Persönlichkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Psychosomatik, Psychosomatische Beschwerden, Qualität, Quelle, Rhythmus, Rückenschmerzen, Ruhe, Schlafstörungen, Schönheit, Schreibwerkstatt, Schwingung, Seele, Seelenleiden, Seelischer Ausdruck, Sehnsucht, Selbstbestimmt, Selbstbewusstsein, Selbstbild, Selbsterfahrung, Selbsterkenntnis, Selbstregulierung, Selbstverständnis, Selbstwahrnehmung, Selbstwert, Sensibilität, Sinn, Spannungskopfschmerzen, Spiritualität, Spirituelles Selbstverständnis, Spontaneität, Spürsinn, Stabilität, Stimme, Stimmentwicklung, Stress, Tänzerisch, Therapie, Tinnitus, Tiefe, Tönen, Trauer, Traum, Trauma, Träume, Traumdeutung, Traumlehre, Umbruchsphasen, Umkehr, Unausgeglichenheit, Unruhezustände, Urvertrauen, Vegetative Störungen, Verbindung, Verdauung, Verhaltensänderung, Verspannungen, Wahrnehmung, Wahrhaftigkeit, Wandlung, Wechseljahre, Wellness, Wesen, Wohlbefinden, Würde, Zentrum, Zulassen

Der Atem des Menschen

Der Atem des Menschen ist eine Leuchte des Herrn, sie durchglüht alle Kammern des Leibes. (Salomon 20,27)

Erfahrungen am Inneren Atem lassen solche Sätze überraschend nachvollziehbar werden, auch wenn Atemgeschehen und leibliche Empfindung selbst von allgemeinerer Natur und unabhängig vom Gottesbegriff sind.

Das “Durchglühen” könnte man als eine Folge “erhöhter Sauerstoffzufuhr” erklären – und so wird vielleicht der ganze Ausspruch zugänglicher. Im Gesamtbild ist der Leib jedoch nicht nur Ort des Durchglühtwerdens in allen Kammern – es meint nicht nur eine bessere Durchblutung der Zellen und die lebenserhaltende Sauerstoffzufuhr – sondern der Leib ist auch: Ort einer Beziehung. Der Atem, der zwischen Innen und Außen schwingt, verbindet zweifelsohne Innenwelt und Außenwelt und stiftet so eine elementare Grundform von Beziehung.

Der biblische Mensch ist über seinen Atem mit Gott existenziell verbunden. Erst der Odem Gottes, ein Hauchen, weckt das Leben in der aus Erde geschaffenen Gestalt. Eine Leuchte bringt noch Weiteres, sie bringt mit ihrem Feuer Wärme und Licht ins Dunkel und ermöglicht ein Schauen. Der Atem des Mensch als „eine Leuchte des Herrn“ setzt den Menschen in ein intimeres Verhältnis zu Gott. Geschieht doch hier alles Licht und Schauen innerhalb des schon lebendigen, eigenständigen Menschen. Bis in die Zellen hinein werden Erkenntnispotenz und Fürsorge getragen.

Bewusstseinsprozesse, die Atem- und Empfindungserlebnissen folgen, finden ihren Abschluß im Feld des aktuell bevorzugten geistigen Vokabulars. Diese Voreinstellungen bestimmen mit, wie Leiberlebnisse interpretiert und verstanden werden. Die Integration neuer Erfahrungen ins Ganze wird fruchtbar in einer neuen Stimmigkeit mit der persönlichen Natur. Die Stimmigkeit mit dem: wie ich mir selbst gegeben bin.

Stimme ist Lebensraum

Hummel zwischen Rosen

‚Stimme ist Lebensraum‘ gehört zu den Erfahrungen, die sich unerwartet einstellen, noch während man anderes im Sinn hat.

Neben dem klaren Tönen von Vokalen und Konsonanten und dem Aufspüren ihrer spezifsichen Wirkung, biete ich in der Stimmarbeit offene Spielräume an, die frei von Zielsetzungen und Instrumentalisierungen sind und eine unbeschränkte Entfaltung erlauben. Die Freigabe der Stimme, angebunden an die Innenbewegung.

Werden in der Abkehr von Gewohnheiten und Konventionen eingeschliffene Pfade verlassen, öffnet sich die Stimme als persönlicher Lebensraum. Gleichzeitig wird der Hörsinn freier und eigenständiger. Das Empfinden für Wohlklang erweitert sich, wir werden feinhöriger für natürliche Nuancen.

Gleichgültig ob ich aus Not oder zur Freude übe, kommen inneres Bewegtsein und das Stimmspiel bedingungslos in Einklang, wird ein Aufgehobensein in der Stimme hörbar, das unantastbar ist.

Termine für die Arbeit in der Gruppe: hier

Freie Bewegung (Übung)

Hang im Oberharz nahe Hahnenklee

Stellen Sie sich ab und zu in eine offene Landschaft. Lassen Sie sich gehen. Bleiben Sie beweglich in den Fußgelenken, damit der Fuß alle Unebenheiten genauer erspüren kann und diese vom ganzen Körper ausbalanciert werden können. Übertreiben Sie ein wenig. Entscheiden Sie erst, wenn es nötig ist – wenn Sie zum Beispiel konkret nicht weiter kommen, an einer Gabelung oder Kreuzung stehen – welche Richtung Sie jetzt nehmen wollen. Wenn Sie das Gefühl haben, es ist jetzt Zeit nach Hause zu gehen oder zurück ins Hotel oder in ein Gasthaus, tun Sie das.